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SZ, Pink-Floyd-Musical am Bostalsee begeistert das Publikum

Von SZ-Mitarbeiterin Sarah Konrad

„Forever and ever – My life and Pink Floyd“ feierte am vergangenen Freitag seine Premiere in einem großen Palastzelt am Bostalsee. Das Musical verknüpft eine emotionale Geschichte mit den größten Hits der Band Pink Floyd. (Veröffentlicht am 10.06.2013)

Bosen. „Die Show war richtig emotional. Ich hätte mir ja gewünscht, dass die Erstaufführung nicht gerade in meiner Heimat stattfindet, weil ich in meiner Rolle so viele Gefühle ausdrücken musste. Aber jetzt im Nachhinein bin ich einfach nur glücklich,“ meinte Hauptdarsteller Michael Ewig kurz nach der Aufführung des Musicals „For ever and ever – My Life and Pink Floyd“. Am Freitag feierte das Stück, das teilweise auf der wahren Geschichte eines Birkenfelder Gastronomen basiert, im großen Palastzelt am Bostalsee Premiere. Circa 700 Zuschauer waren gekommen, um sich auf die Reise durch vier Jahrzehnte Pink-Floyd-Musik zu begeben und die Gesichte des lebensmüden Tony Day zu erleben. Dieser eröffnete auch die Show mit einer Frage, die er letztendlich selbst beantworten sollte: „Kann die Musik das Leben eines Menschen verändern?“ Tony Day ist verzweifelt, seine Frau Susanna hat ihn verlassen, und sein Traum, ein Star zu werden, hat sich nie erfüllt.

Den Versuch, wenigstens seine Tochter Nadja groß rauszubringen, droht ebenfalls zu scheitern. Und seine Freunde haben es nur auf sein Geld abgesehen. Als Tony nicht mehr weiter weiß, versucht er sich umzubringen, landet aber im Koma und ist gefangen zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Eine Mauer symbolisiert die Grenze zwischen den Welten und die einzelnen Bausteine stellen Situationen in seinem Leben da. Doch bevor Tony sich zwischen Leben und Tod entscheiden muss, arbeitet er gemeinsam mit seinem „anderen Ich“ sein Leben auf. Auf der Reise begegnet er den unterschiedlichsten Menschen, zuerst seinen Schulkameraden, die ihn regelmäßig verspotten. Dann seiner gefühllosen Mutter, die auf Stelzen die Bühne betritt. Verachtend blickt sie auf ihren Sohn herab und verprügelt ihn.

Das Einzige, was Tony überhaupt noch Kraft gibt, ist seine Liebe zu Pink Floyd und der Musik. Die Reise geht weiter und endet schließlich in der Gegenwart. Tony hat in der Zwischenzeit erkannt, dass er nicht nur die anderen für sein Leben verantwortlich machen kann. Mit neuem Selbstbewusstsein und dem „anderen Ich“ an seiner Seite stellt er sich noch einmal den Menschen, die sein Leben beeinflusst haben. Doch diesmal gelingt es Tony, sich zu behaupten und sich bei seiner Familie zu entschuldigen. Für ihn ist klar: Ja, Musik kann ein Leben verändern. Als er sich nach einem emotionalen Lied gegen den Tod entscheidet und aus dem Koma aufwacht, bricht im Publikum eine Welle der Begeisterung aus: minutenlanger Applaus, Standing Ovation und laute Zugabe-Rufe. „Mir hat die Premiere sehr gut gefallen, die Kombination aus Musical und Live-Musik war einfach klasse. Das große Zelt gab dem Ganzen dann noch das gewisse Etwas,“ meinte Irmtrud Haber aus Landstuhl. Sie ist ein großer Musical-Fan und hat sich erst vor kurzem „Sister Act“ in Stuttgart angesehen.

Peter Kager hat die Musik der Band am Besten gefallen: „Eigentlich mag ich keine Musicals, aber ich dachte, wenn so eine große Show schon mal in Bosen aufgeführt wird, gehe ich da auch hin. Und ich muss sagen, das war richtig toll.“

Neben der erstklassigen Rockmusik und der guten schauspielerischen Leistungen der Darsteller überzeugte das Musical auch durch die Lichteffekte und die aufwendige Bühnengestaltung. Ein Lichterbogen umrandete den Schauplatz und auf einer Leinwand erschien immer die passende Kulisse. Das Musical spielte sich dann gleich auf zwei Etagen ab, während oben die Band stand, agierten die Schauspieler auf den unteren Brettern. Da die Akteure auch zwischen den beiden Stockwerken wechselten, musste alles genauestens zeitlich abgestimmt werden. Doch niemand verpasste seinen Einsatz und alles lief nach Plan, die Premiere des Pink-Floyd-Musicals war ein voller Erfolg. Der Einzige, der an diesem Abend Kritik übte, war der Freisener Michael Ewig persönlich: „Als Schauspieler ist man nie zufrieden. Da es die Erstaufführung war, gibt es keine Show, an der ich die heutige Leistung messen könnte, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Die Soundeinstellungen müssen noch mal verbessert werden, das ist schwierig in dem riesigen Zelt. Außerdem fehlt uns einfach noch die Routine im Ablauf.“

Quelle: http://www.saarbruecker-zeitung.de

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